Ein Sommer ohne Karin

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Wer ins Freibad Flintbek ging, kam an einer Person nicht vorbei. Egal ob Regen, Wind oder Sonne – Karin Hinrichsen war da. Fast 15 Jahre lang führte sie den Freibadkiosk und war für viele das Gesicht des Bads. Aber eigentlich war sie viel mehr als das.

Wenn wir an Karin denken, haben wir diese kleinen Momente vor Augen: Ein Kind steht unsicher am Tresen, es fehlen zehn Cent für die Pommes. Karin lächelt und schiebt die Portion trotzdem rüber. Die Jahreskarte vergessen? „Zeigste mir nächstes Mal“, sagt sie und lässt das weinende Kind hinein. Nicht, weil ihr Regeln egal waren, sondern weil ihr die Menschen wichtiger waren.

Mit Karin Hinrichsen verliert das Freibad seine gute Seele.

Karin verkaufte mehr als Eis, Pommes und Eintrittskarten. Sie gab Zeit, Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr. Sie kannte Kinder und Familien beim Namen, wusste, wer wann kam und wie es den Menschen ging. Nach einem Sturz gab es ein Kühlkissen, bei einem Wespenstich sofort Hilfe. Und wenn das Taschengeld nicht reichte, ging trotzdem niemand hungrig nach Hause.

Der Kiosk war für sie kein Arbeitsplatz. Er war ihr Platz im Dorfleben. Sie hielt die Preise bewusst niedrig, damit sich alle etwas leisten konnten – wenigstens ein Eis oder ein Naschi an einem Sommertag.

Karin Hinrichsen ist am 17. Januar 2026 verstorben. Mit ihr verliert das Freibad nicht nur seine langjährige Kiosk-Pächterin, sondern einen Menschen, der diesen Ort geprägt hat. Wer jetzt durch das Bad geht, merkt schnell: Ein Stück Sommer fehlt.

Viele Flintbeker*innen sind mit ihren Freibadsommern und Karin aufgewachsen – und viele werden sich noch lange an sie erinnern.

Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und unsere Dankbarkeit bleibt.

Stefan Bettin
Bürgermeister der Gemeinde Flintbek

Fabian Rother
Vorsitzender Förderverein Freibad Flintbek